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Gesundheitsprävention-2![]()
10. Fazit
Lachyoga und Entspannung bilden m.E. eine hervorragende Kombination zur Gesundheitsprävention. Zwar wechseln wir schon beim Lachyoga an sich ständig zwischen den Lachyoga-Übungen (als Anspannung) und den Pranayama (Atem)-Übungen (als Entspannung). Allerdings bauen wir in den Lachyogastunden auch sehr viel Energie auf, die war am Ende der Stunde körperlich und mental verarbeiten sollten. Deswegen verbinde ich meine Lachyogastunden grundsätzlich mit einer abschließenden Tiefenentspannung, die von den Teilnehmern immer als sehr angenehm empfunden wird. Positive Reaktionen gibt es auch stets darauf, Asanas und Pranayamas direkt aus dem Hatha-Yoga in die Lachyogastunden mit einfließen zu lassen, zumal viele Lachyogaübungen ja dem Hatha-Yoga entlehnt sind. Lachyoga – Hasya Yoga – ist immer gut mit anderen Yoga- und Entspannungstechniken zu kombinieren, kann sie positiv beeinflussen und man darf dabei durchaus auch in der Anwendung kreativ sein. Im Zusammenhang mit Lachyoga und Entspannung muss auch noch einmal deutlich gemacht werden, dass Lachyoga nicht unbedingt immer an lautes Lachen und lautes Agieren gebunden ist. Wir sprechen beim Lachyoga zwar von einer „lauten Sofortmeditation“ (der Körper „arbeitet“, „das Gehirn schaltet ab“), aber man kann ebenso gut das leise meditative Lachyoga anwenden. Eine Möglichkeit ist „Das innere Lächeln“. Wir kenne es auch aus dem Chi Gong oder im Zusammenhang mit Klangschalenmeditation. Sukadev Bretz, der Leiter von Yoga Vidya, stellt diese Mediations- bzw. Entspannungsform auf den Yoga Vidya-Seiten vor: mit einem inneren Lächeln durch den Körper und die inneren Organe gehen und sie so wohlwollend durchdringen. (23) Um hierzu einen Zugang zu finden kann man auch gut mit der „Mediation des Lächelns“ beginnen: in Meditationshaltung mit völlig entspannter Körpermuskulatur (anfangs für 5- 10 Minuten, später dann ausdehnen bis ca. 30 Minuten) die Konzentration ausschließlich auf das Hochziehen der Mundwinkel zu einem Lächeln ausrichten. Ob laut oder leise, Lachyoga als Gesundheitsprävention verfolgt neben den mentalen und körperlichen Aspekten in erster Linie das Ziel unser Kohärenzgefühl zu stärken. Im Gegensatz zur Schulmedizin, die sich im Wesentlichen mit der Entstehung und Behandlung von Krankheiten beschäftigt, stellt der amerikanisch-israelische Medizinsoziologe Aaron Antonowsky mit dem Begriff der Salutogenese in den 70er Jahren all das in den Mittelpunkt, was den Menschen gesund macht und erhält. Danach ist Gesundheit kein Zustand, sondern muss als Prozess verstanden werden. Er stellt die Frage: „Welches sind die eigentlichen Gesundheitsfaktoren und wie muss man sie stärken, damit der Mensch gesund bleibt?“ Der zentrale Begriff ist für ihn das Kohärenzgefühl eines Menschen (Kohärenz = Zusammenhang, Stimmigkeit) gegenüber der Welt und dem eigenen Leben – also das grundlegende Lebensgefühl eines Menschen. Das Erleben von Sinnhaftigkeit im eigenen Tun und Handeln stärkt die Grundbefindlichkeit eines Menschen. Es geht um die Stärkung des „Urvertrauens“ in unsere Existenz. Von dieser Grundhaltung hängt es maßgeblich ab, wie gut Menschen in der Lage sind, vorhandene Ressourcen zum Erhalt ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens zu nutzen. Und gerade das Lachyoga ist es, welches in der Vielfalt seiner positiven Wirkungen für uns dieses Grundanliegen stärkt. Wer voller Optimismus nach vorn schaut, seine Ziele umsetzt, aktiv ist, wird ein gesunder Mensch sein. Und es nun einmal nicht egal, ob ich Optimist oder Pessimist bin. Allein schon eine dauerhafte negative Grundstimmung ist als bedeutender Risikofaktor anzusehen, und zwar unabhängig von anderen bekannten Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, falscher Ernährung oder mangelnde Bewegung. Eine US-Langzeitstudie über einen Zeitraum von 40 Jahren mit mehr als 7000 Teilnehmern belegt, dass Pessimisten ein um 42 Prozent höheres Risiko hatten, früher zu sterben. Eine niederländische Studie über 9 Jahre mit ca. 1000 Teilnehmern konnte diese Ergebnisse bestätigen. (24) Neben all den in diesem Beitrag dargestellten gesundheitspräventiven Aspekten verfolgt Dr. Madan Kataria mit dem Lachyoga das Grundanliegen, dass Lachyoga dazu beitragen kann, die Welt friedlicher zu machen. Wer zusammen lacht, bekämpft sich nicht. Lachen wird auf der ganzen Welt als Friedens- und Freundschaftsgeste verstanden. Jeder kann bei sich selbst anfangen, an sich zu arbeiten – und Yoga (egal in welcher Form) kann dabei der erfolgreiche Weg sein. Dr. Kataria verwendet die Formel: Wenn Du lachst, änderst Du dich, und wenn Du dich änderst, ändert sich auch die Welt um dich herum. Quellen: (1) Vernon Coleman: Bodypower. Das Geheimnis der Selbstheilungskräfte, Kopp, Rottenburg, 2006, S. 118 (2) Dr. Doris Wolf: Die Macht unserer Selbstheilungskräfte, www.palverlag.de - Selbstheilungskräfte (3) Norman Cousins: Der Arzt in uns selbst. Reinbek, Rowohlt, 1996 (4) Bericht des Ständigen Arbeitskreises 'Psychoneuroimmunologie (PNI)' in der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie (5) Wikipedia; Prof. Dr. Christoph M. Bamberger: Stress-Intelligenz; Droemer/Knaur, 2009; Dr. Martina Melzer: Perspectives on Psychological Science v. 21.07.2009, www.GesundheitPro.de (6) Dr. med. Götz-Johannes Peiseler: Autogenes Heilen, Gräfe & Unzer, 2007, S.25 ff. (7) ebenda, S.11 (8) ebenda, S.15 (9) www.GesundheitPro.de, Seniorenratgeber v. 05.06.2009 (10) Wikipedia (11) www.stern.de vom 9. April 2008 (12) Institut für Glücksforschung, München, www.glücksforschung.de (13) www.Psychiatrie aktuell.de (14) Ärzte-Zeitung v. 09.03.2005; www.wissenschaft.de v. 08.03.2005 (15) Heiner Uber/ Andre Steiner: Lach dich locker, Goldmann-Taschenbuch 2006 , S.15 (16) Michael Titze »Die heilende Kraft des Lachens«, Kösel Verlag München, 1995 (17) Walter Birklbauer: Warum Lach-Yoga? Eine neurologische Perspektive, eBook (18) 3sat - Scobel, Januar 2010 (19) Johann Caspar Rüegg: Gehirn, Psyche und Körper: Neurobiologie von Psychosomatik und Psychotherapie (20) www.yoga-vidya.de (21) www.praxis-escher.de/ATundHypertonie.htm (22) Meditation-Forschung , Online-Spiegel vom 25. November 2008, www.Welt.de/Wissenschaft (23) www.yoga-vidya.de (24) (Quelle: Apotheken-Umschau 11/2007; www.GesundheitPro.de |