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Hatha Yoga
Hatha-Yoga
Kopfstand - Shirshasana
Yoga Vidya Seminarhaus in Bad Meinberg
Was ist Yoga…. (für mich) - eine kleine Einführung
Yoga, eine der ältesten Wissenschaften vom Leben, ist ein Übungssystem mit vielfältigen Körper-, Atem-, Konzentrations- und Meditationsübungen, das auf einer eigenen Philosophie basiert und unabhängig von einer bestimmten Religion eine eigene Lebenseinstellung beinhaltet.
Yoga entwickelte sich in Indien zunächst als rein geistige Wissenschaft (erste schriftliche Erwähnungen des Yoga sind etwa 4000 Jahre alt) und wurde später durch körperliche Übungen ergänzt. Dieses Gesamtsystem wurde durch Beobachtung und Reflexionen seiner Wirkungen auf den Menschen immer mehr erweitert weiter verfeinert.
Yoga ist ein Weg kontinuierlichen Lernens und Übens, bei dem ich immer wieder von Neuem reflektiere: „Was ist Yoga für mich?“
Aus dem umfassenden System und Netzwerk des Yoga das für mich Gültige und Passende in Ruhe und Gelassenheit, mit Wissensdurst und Zielstrebigkeit ohne falschen Ehrgeiz herauszufinden – das ist mein Yoga.
Dabei können die Schwerpunkte durchaus bei dem einen mehr auf den Asanas (Körperübungen) oder Pranayamas (Atemübungen) liegen, bei dem anderen mehr auf der Philosophie des Yoga (Jnana Yoga) oder dem Spirituellen (Bhakti Yoga) o.a..
Für einen Inder wird Yoga sicherlich etwas anderes bedeuten als für einen Westeuropäer, für einen älteren Menschen etwas anderes als für einen jüngeren. Dies wird sich dann auch unweigerlich auf die Art und Weise, wie ich Yoga praktiziere, auswirken. Es gibt hier kein Falsch oder Richtig.
Yoga üben mit Freude, Geduld, Ausdauer, Akzeptanz und Disziplin – das entwickelt uns weiter, das hält uns in Balance und Harmonie und somit gesund.
Yoga ist vor allem – Erfahrung (im wahrsten Sinne des Wortes)!
Sich selbst erfahren, erfühlen, erspüren. Achtsamkeit für das Zusammenspiel von Körper und Geist entwickeln. Und ebenso Achtsamkeit im Umgang mit anderen Menschen, Tieren, der Natur…..

Halber Drehsitz - Ardha Matsyendrasana
Yoga bedeutet das Anstreben von Harmonie, das Ausgleichen gegensätzlich wirkender Kräfte, das Herstellen einer Balance und Ausgewogenheit.
Die Bedeutsamkeit des Yoga liegt darin, dieses Grundprinzip zu verinnerlichen und auf unser ganzes Leben anzuwenden.
Wir alle sind aus einer einzigen Zelle entstanden, aber schon hier, in unserem Ursprung, – der Zelle – finden wir dieses Prinzip:
die Zellmembran bildet die Hülle der Zelle, die ihr Inneres (mit Zytoplasma und Zellkern) von ihrer Umwelt (mit den für die Zelle notwendigen Nährstoffen) abgrenzt. Die Zellmembran muss einerseits so fest sein, dass die Zelle innerem und äußerem Druck standhält, andererseits aber auch so durchlässig, dass Nährstoffe hinein- und Stoffwechselprodukte wieder hinauskönnen.
Stabilität und Durchlässigkeit zugleich.
Yoga benennt dieses Prinzip mit „sthira“ und „sukha“.
Sthira bedeutet „fest“, „hart“, „kompakt“, „stark“, „dauerhaft“; auch „stehen“, „ständig“, „stabil“.
Sukha bedeutet u.a. „leicht“, „angenehm“, „sanft“ und „mild“, auch „wohlbefinden“.
Sind sthira und sukha ausbalanciert und ausgewogen, funktioniert etwas. (Quelle: Leslie Kaminoff „Yoga Anatomie, S.10 ff.)
So streben wir in unserer Yoga-Praxis danach, die Asanas im Sinne von sthira fest, stark und stabil auszuführen, wollen aber zugleich sukha, also Leichtigkeit, das Angenehme und Milde, was zum Wohlbefinden führt, umsetzen. Nicht verkrampfen und versuchen mit Gewalt oder Verbissenheit etwas zu erreichen.
Das Ziel:
halte eine Yoga-Körperhaltung (Asana)
längere Zeit fest und ruhig,
verbinde sie mit einem ruhigen Atem,
spüre achtsam in deinen Körper hinein
und erreiche so
Entspannung in der Anspannung
Asana – eine Meditation des Körpers
Patanjali:
„Sthira Sukham Asanam“ -
„Asana ist fest und angenehm“.
Eine Asana darf kein Schmerzempfinden oder Unbehagen verursachen. Nie in einen Schmerzzustand hineinüben; andererseits ist ein leichter Dehnungsschmerz bei bestimmten Asanas durchaus erwünscht und tolerabel.
Ziel der Yoga-Praxis ist die Förderung und Erlangung von Gesundheit, Wohlbefinden und Harmonie, u. U. die Erweckung schlafender Fähigkeiten und die Erweiterung des Bewusstseins. Wie weit Du dabei gehen willst entscheidest Du selbst.
Asanas und Pranayamas können körperliche Spannungen lösen, halten fit und beweglich, können gesundheitlichen Verstimmungen, Problemen und Krankheiten vorbeugen und können bestehende Symptome lindern. Sie harmonisieren das Nervensystem, bauen Stress ab und sensibilisieren die Körperwahrnehmung.
Psychisch stärkt Yoga mit all seinen Aspekten Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen und sorgt für innere Kraft beim Umgang mit Krisensituationen. Regelmäßige Yoga-Übungen führen zu einer Harmonisierung des Nervensystems, einer Beruhigung der ständigen Gedankenaktivität, zu verbesserter Konzentration und damit zu einem klaren und wachen Verstand.
Aktive Entspannung und Meditation harmonisieren innere Geisteszustände wie Angst, Wut, Frustration und Enttäuschung und führen so zu einem glücklicheren Leben.
Die Übungen werden achtsam, mit nach innen gerichteter Aufmerksamkeit durchgeführt. Körpergefühl, Konzentration und Selbstbewusstsein werden gefördert.
Beim Yoga werden alle Aspekte unseres Wesens einbezogen.
Jeder kann Yoga ausüben – ob als spiritueller, religiöser Mensch oder Atheist, ob jung oder alt, gesund oder krank. (Siehe hier ).
Die Entwicklung des integralen (ganzheitlichen) Yoga in der Tradition von Swami Sivananda (indischer Yoga-Meister 1887-1963) macht Yoga für alle interessierten Menschen zugänglich.
Swami Sivananda: "Ein Gramm Praxis ist besser als Tonnen von Theorie".
„Der Yogi, der die Kunst des rechten Lebens gelernt hat, ist glücklich, harmonisch und friedvoll.
Yoga ist in erster Linie ein Lebensstil, nicht etwas vom Leben Getrenntes. Yoga ist nicht das Aufgeben von Handlung, sondern ihre erfolgreiche Durchführung im richtigen Geist. Yoga ist nicht Weglaufen von Haus, Beruf und Familie, sondern ein Vorgang der Entwicklung einer Einstellung, Heim, Familie, Beruf und Gesellschaft gegenüber mit neuem Verständnis zu begegnen.“
Yoga und seine Entstehung aus multikultureller Sicht:

1. Mai 2011, Neue Zürcher Zeitung
Auf der westöstlichen Übungsmatte
Yoga als Erzeugnis eines fortgesetzten Kulturaustauschs
click: hier
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